Ihr Tite
 
hr Untertitel
Bebachtet. Wahrgenommen. Reflektiert. Skizziert.




20251216

Putins Worte aus
Firstlandboss’ Munde
verheißen nichts Gutes
dem Haus Europa.

Mein Glaskugelblick
zeigt Möglichkeiten -

- für Trump-Anhänger.
Die Technokraten
des Weltmarktdealers
wollen es nutzen
nach ihren Regeln
das Haus Europa.

- für Putin-Freunde.
Die Rechte zieht ein,
Denkträge helfen.
Und in der Folge
übernimmt Putin
das Haus Europa.

- für Demokratie-Fans.
Es hinterlassen
Bewohnerspuren
Sanierungsbedarf.
Freie Handwerker
richten es wieder,
mein Haus Europa.

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20250609


Ihm verbundene
Verteidigungs- und
Rüstungsupdater
bestellen bei ihm.


Waffenverkäufe
auch nach Europa
fördern die Wirtschaft
in seinen Staaten.


Warum nur will er
den Krieg der Russen
gegen Europa
so schnell beenden ?

.

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20250605


Wieder hab ich Grund zur Freude !
Wieder bin ich aufgewacht,
sehe, wie die Himmelsröte
langsam über Nebel steigt,
wie der Morgen aus der Nacht
behutsam einen Tag mir macht,
spüre, wie der Sonne Wärme
wohlig meine Sinne grüßt.


Nichts hat meinen Schlaf gestört,
nur Flüsterknister im Gemäuer,
kein Türenschlagen vor dem Haus,
kein Tiefengrummeln unterm Keller,
von den Russen kein Beschuss.
Wieder hab ich Grund zur Freude !


20250602


Wieder hat der Erde Flug
nach der sonnnenlosen Nacht
mir einen lichten Tag vermacht.
„Mach was draus“ ruft er mir zu,
„bedenke Deine Endlichkeit“.


Welchen Sinn kann ich ihm geben
wenn so manches nicht mehr klappt,
wenn des Körpers Kräfte schwinden,
wenn die Augen kaum mehr zeigen
das Schöne, das mir Freude macht?


Also muss ich mich bescheiden
mit jenem, was die Restlaufzeit
noch dem Befinden zugesteht.
Übrig bleibt Alltägliches,
zu Wichtigem mutiert.

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20250316


Nie wieder Krieg!
träumte ich Leidender
Deutschen Desasters.


Weltweites Abrüsten und
Perestroika Gorbatschows
verhießen mir Gutes.


Genau wie jener Moment,
da Putin vorm Bundestag sprach
und der ihm stehend applaudierte.


Auch ich hoffte, dass
„Schwerter zu Pflugscharen“
sich wandeln lassen.


Doch was ist geblieben
von meinem Sehnen
nach endlosem Frieden?


Mein Traum zerstieb.
„Pflugscharen zu Schwertern“
mir übrig blieb.


20241120

Warum eigentlich
tun sich so manche
so unnötig schwer
mit ihrem Leben
in Demokratie,
Freiheit und Wohlfahrt?

Jede und jeder
jener Denkmüden,
nicht Mitmachenden,
Unzufriedenen,
ständig Nörgelnden
kann das Verlangen
nach Machtstrukturen
ewig Gestriger
mittels ersehntem
Lieblingsdiktator
noch rechtzeitig vor
der Bundestagswahl
realisieren -
per Emigrieren.

Für sie wie für ihn
ein echter Gewinn.


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 20240616

Die Spielplatzkinder
mögen es friedlich,
natürlicher Streit
wird altersgerecht
geschickt geschlichtet.
Doch einer, so sie,
sei noch nicht bereit.

Der blasse Knabe
von gegenüber
ward böse zu den
spielenden Kindern,
nahm ohne Skrupel
die Spielsachen weg,
warf sie nach ihnen,
zerstörte in Sand
geformte Ideen.

Das kleine Ego
von gegenüber
soll sein wie sie sind,
die Spielplatzkinder,
soll mitgestaltend
dazugehören.

.

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20240111


Beschneite Felder
und kahle Wälder
haben es eilig,
huschen vorüber,
entfernen sich rasch,
wollen nichts wissen
von mir hinterm Glas.
Darf mich entspannen,
genussvoll reisen.
Wohlige Wärme
im lautlosen Zug.


Fährt ohne Störung
trotz null Personal
zuverlässig echt
fahrplankonform
dank smarter KI
mich stressfrei zum Ziel.
Ziel.

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 20231018


Es ist evident:
Gewalt gegen andre,
Völkermord, Kriege
können die Männer.

Alternde Männer,
schwächelnde Männer,
Männer mit Macken
an Seele und Hirn.

Wenn's die nicht gäbe
müsste auch keiner
sich und der Welt
etwas beweisen.

Wieder sind's Männer.
Wer aber möchte
das mit den Männern
nachhaltig lösen?

Regulierungsversuch.


 20230613

Auch unsere Kleinen
könnten bald wieder
so wie die Großen
mit Waffen üben.

Möchten sich freuen
aufs Fest des Friedens
das zuverlässig
auch diesmal sich jährt.

Finden ihr Spielzeug
unter dem Baume
und dürfen sein wie
die Großen geworden.

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 20230425

Als Trost zu vage,
schädlich als Hoffnung -
Wohlstand per Waffen
ist keine Option.

Trotz der Verheißung -
mir ist es lieber,
ein greises Dasein
endet wie früher.

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20230112

Der Ruf nach Waffen
aus hilflosem Mund
nährt kaum die Hoffnung
aufs Enden des Leids.


An den Symptomen
erkannter Gewalt
herum zu doktern
hilft selten weiter.


Nachhaltig wäre
gründliches Säubern
der seh- und hörbaren
Quellen des Leides.


Die Okkupanten
zögen nach Hause
und unterdrückten
die Lust am Beschuss.


Und bald schon fände
das Leid ein Ende,
Hoffnung erkeimte
nach friedlicher Zeit.

Kartengrundlage: Stadtmessungsamt Stuttgart.


20220913


Ein welkendes Blatt
ward losgelassen
vom heimischen Zweig.


Überlassen den
herbstlichen Winden
und dann von denen
mit sichtbarer Lust
zum Weiher verweht.


Ein nutzloses Ding
auf dem Wasser treibt,
von Wellen geschubst,
von Fischen beäugt
und unumkehrbar
dem Humus vermacht.

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 20220707


Hier wird gefeiert !
Ein ziemlich heißes
Jubiläumsfest
ehrt den geliebten
Begründer der Stadt.

Mit Waffengewalt
gebaut in der Fremde
und ohne Rücksicht
auf menschliches Leid,
St.Petersburg gleich.

Doch prächtiger als
das große Vorbild
leuchtet die Neue
in goldenem Glanz
dem Schwarzen Meer zu.

Stolz sind die Leute
auf sie, die Schöne.
Für Kenner der Kunst
längst schon ein Muss, die
Metropole Putingrad.


 20220425


Mir ist, ich habe fest
und himmlisch cool gepennt.
In meinem Wohlstandsnest
war ich mit mir im Reinen
für meine Restlaufzeit.

Doch jetzt ist klar, ich habe
so manches nicht erkannt.
Nach langer Friedenszeit
ward ich von alten Männern
aus einem Traum gebombt.

Ich möchte Zukunft spüren,
muss aber rückwärts blicken.
Erlebtes im Gewesenen
riechend nach Verwesendem
vergällen mir den Tag.

Zu gerne blieb ich träumerisch,
möchts mir im Alter gönnen.
Seh die aufgeklärten Jungen
mit Vernunft und Sachverstand
den Frieden für die Zukunft retten.


20220403

Warum gerade ich?
frage ich mich, krank
seit die Gesundheit
arg putiniert ward.

Wie nun geht’s weiter,
kann jemand helfen?
Welche Behandlung
wird nachhaltig sein?

An den Symptomen
erkannten Leidens
herumzudoktern
hilft hier nicht wirklich.

Gezielt therapiert
geht es bald aufwärts
mit der Genesung
des Patienten.

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 20220324


Von meinen Ahnen
einst im September
mit blutigem Ausgang
begonnene Taten
sind auferstanden.

Großmachtliebende
alternde Krieger
beleben mit Freude
längst Vergangenes
Überwundenes wieder.

Sie sorgen dafür,
dass Menschen wieder
wie Neununddreißig
mit Begeisterung
Menschen bekriegen

bis hin zu dem Tag,
an welchem dieser
entgruftete Wahn
sicher im Gestern
vergraben ward.

Portbou, Gedenkstätte Walter Benjamin.


 20210920


Warum eigentlich
reden so viele
von ihren Rechten -
gesetzesverbrieft ?


Warum eigentlich
hört man nur wenig
über die Pflichten -
gemeinschaftsfundiert ?


Ungleichgewichtige
Befindlichkeiten
lassen sich loten
für neue Zeiten.


Spielräume bietet
nach Bundestagswahl
und mit Pandemie
freies Sinnieren.

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 20190908


Sie tickt vor sich hin
und ich nehme wahr,
wie hörbar die Zeit
so vorübergeht.

Denn jeder der Ticks
zeigt fühlbar mir an,
dass wieder ein Stück
des Lebens verrann.

Die alte Wanduhr
tickt tickend mir ein,
dass jeder Moment
nur einmal erscheint.

Stört mich das Ticken
stört mich das Altern.
Stoppe das Pendel -
das Ticken ertickt.

.

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20190624

Wenn jetzt die Briten
reinen Tisch machen
mit jenem Europa
das sie nicht mögen
könnten sie wahrlich
ihr Great updaten
und auch Nordirland
und Gibraltar
und noch weitere
Relikte ihrer
weltumspannenden
Kolonialzeit
in den Rückzug
mit einbeziehen.

.

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 20180515


Warum eigentlich
regiert mich eine
der Minderheiten?
Wenige Prozent
aller Mitbürger
engagieren sich
in einer Partei,
bereit zum Wirken
an ihrer Zukunft.

Oder täuschen mich
hier meine Sinne?
Werde ich regiert
von der Übermacht
kalten Kapitals,
das zur Steigerung
nur seiner Gewinne
mich auf die Spur zwingt
in seine Zukunft?

Ich träume davon,
nicht-parteiische
Demokraten, frei,
offen, kompetent,
nur dem Gemeinwohl
verpflichtet, nehmen
auch mich mit in die
Idee Europa,
in meine Zukunft.

Kartengrundlage: Stadtmessungsamt Stuttgart.


 20171012


Auch die Gewerkschaften
beklagen die Schere,
die sich weiter öffnet.

Auch die Gewerkschaften
tragen ein wenig bei
zum Wachsen des Abstands
zwischen unten und oben
solange sie nämlich
bei den fälligen
und lebenswichtigen
Tarifverhandlungen
Prozente verlangen
denn die ergeben
hier unten weit weniger
als bei denen oben
und so wird der Abstand
nach jeder Erhöhung
wieder etwas größer.

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20161208


Du sollst nicht töten!
trug Moses uns auf
weil er es kannte.

Wir haben gelernt
in Zeiten voll Leid.
Wir töten nicht mehr.

Geben gern weiter
zu unserem Wohl
unsere Waffen

den Ungelernten,
damit auch diese
niemanden töten.


20160210

Sie mögen uns nicht mehr,
wenden sich von uns ab.
Sie ziehen sich zurück
ins eigene Inselglück.


Unsere Gemeinschaft wird
ihre Sache vermissen.
Sie nehmen sie zurück
zu altem Inselblick.

Auf treue Europäer
müssen wir uns besinnen,
mit Französisch und dem Deutsch
Europa neu beginnen.

.

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 20160514


Ich lebte friedlich im Quartier
in der Familie des Herrn Rat
und der Deutschen Totaler Krieg
hielt auch für mich den Tod parat.

Eine Luft-Operation der Alliierten,
der so genannte „Donnerschlag“,
zerbombte das historische Dresden
an einem fröhlichen Faschingstag.

Ich überlebte das Morden.
Ganz zufällig hatte ich Glück.
Bin nicht bei den vielen Toten,
nicht erschlagen, verschmort, erstickt.

Hätten die Bomben mich erwischt
hätte auch ich die Welt verpasst
und keines ihrer Lebewesen
hätte mich jemals vermisst.


20151003


So wie das fallende Blatt
wenn die Sonne scheint
unten am Boden sich
mit seinem Schatten vereint


so sollen auch meine
verschiedenen Ichs
am Ende der Zeit
im Sterben sich finden.

.

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 1950


Wieder ist ein Mai gekommen.
Wieder müssen wir marschieren
und im Arbeiter- und Bauernstaat
für den Frieden demonstrieren

und für die Lenker unseres Staates
und für den Sieg des Sozialismus
und für sowjetischen Stalinismus
und für den Tod des Kapitalismus.

Und so lässt auch dieser Frühling
mein blaues Freie-Jugend-Hemd
wieder leuchten für die Hoffnung
in dem engen Andersland.

Vom wolkenlosen Himmel schrillt
ein Mauersegler mir entgegen.
Er kam zurück. Und er erzählt mir
von freier Weite, die er sah.



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